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Aus unserer Sicht

04. August 2011
Vor einigen Monaten habe ich ein mehrwöchiges Praktikum bei einer großen deutschen Tageszeitung absolviert, um als PR-Mensch die „andere“ Seite – die der Journalisten – besser kennenzulernen. Super Sache, sollte jeder PR-Berater meiner Meinung nach einmal gemacht haben. Besonders interessant waren die Begegnungen mit der eigenen Zunft, sprich: den PR-Agenturen. Und die Begegnungen waren überraschend. Simple Tätigkeiten wie die Beschaffung druckfähiger Screenshots gestalteten sich hier beispielsweise als eine mehrtägige Herausforderung. Der Effekt war eine tiefgreifende Persönlichkeitsspaltung. Der Pseudo-Redakteur in mir (mit immer näher rückenden Deadline im Rücken) tobte ausgiebig, der PR-Berater in mir empfand tiefstes Mitleid mit den Agenturkollegen.
Die Sache ist nämlich die: im Prinzip sind wir uns alle einig, wie die Beziehung zwischen PR-Mensch und Redakteur idealerweise aussehen sollte. Der Redakteur fragt nach Information/Bild/Zitat/Testgerät/Interview-Termin und der PR-Mensch liefert gewünschtes. Am besten sofort, mindestens aber innerhalb der nächsten paar Stunden. Das Problem an der Sache ist nur, dass da noch der Kundenkontakt ist, der in vielen Fällen exklusiv über Information/Bild/Zitat/Testgerät/Interview-Termin verfügt und diese erst an den PR-Menschen weiterleiten muss. Oder die Infos erst intern besorgen muss – oftmals vom amerikanischen Headquarter, das erst in den späten Abendstunden die ersten Reaktionen auf eingehende Emails und Voicemails zeigt. Und dies kostet nun mal Zeit und Nerven: nicht nur auf Journalistenseite, sondern auch auf Seite der PR-Verantwortlichen, die meistens wollen, aber nicht können.
Deshalb verstehe ich zwar den Frust, der sich in Journalisten aufstaut, wenn es nicht so zügig läuft, wie es eigentlich sollte. Ich weiß aber auch, dass gerade Agenturen in der Regel versuchen, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um drängende Journalistenanfragen so schnell wie möglich zu beantworten. Denn klappt dies nicht, fällt der schlechte Eindruck zuallererst auf sie zurück.
Der Ausflug auf die Journalistenseite war also hilfreich. Einerseits, um die Redakteurbedürfnisse noch deutlicher vor Augen geführt zu bekommen, und andererseits, um im Namen aller – oftmals leider falschbeschuldigten – PRlern folgenden Link zu empfehlen:
http://www.myvideo.de/watch/1511250/Die_Fantastischen_Vier_Einfach_Sein
von Hannah Roericht
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